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Zur Geschichte der Kapelle in Jeetzel
Professor Alfred Kelletat (+) schreibt in seinen Breeser
Blättern zur Kapelle in Jeetzel:
"Das kleine Dorf südlich Lüchow (dorthin eingepfarrt), das den
Namen des Hauptflusses des Wendlandes trägt, ist womöglich sein
ältester Ort, wenn es zu beweisen gelänge, daß er mit dem
Handelsplatz Schezla eines karolingischen Kapitulars von 805
wirklich identisch ist. Mithoff meinte (1877), Jeetzel habe 'eine
Kapelle ohne Merkwürdigkeiten'; die Heimatliteratur dagegen bezeichnet
sie als 'Perle des Wendlands', welchem Urteil wir uns gerne
anschließen.
Das Kirchlein läßt deutlich drei Teile unterscheiden; im Osten den
Ziegelbau des Chores auf Feldsteinsockel, innen mit hohem Nischen
versehen; in der Mitte Fachwerk mit Ziegelausmauerung; im Westen der
herrliche Holzturm aus handgesägten Eichenbrettern, dem eine alte Linde
zur Seite steht. Den Innenraum, mit Holzdecke, Emporen in West und Nord
schmückt vor allem der Altar mit dem bäuerlichen Aufsatz des 18. Jhdts,
eine Kreuzigung, von Engeln reichlich umschwebt, oben der Auferstandene,
in der Predella ein Abendmahl. Jetzt mit laienfroher Neubemalung von
1976! Auf der Rückseite ins Holz geschnitzte Namen und Jahreszahlen
zwischen 1786 und 1797. Die zum Altar gehörige Kanzel ist vor 20 Jahren
leider durch eine neue ersetzt worden. Eine frühe Bronzeglocke 'um
1300' im Gebälk des Turms. Den älteren spitzbogigen Eingang füllt ein
Grabstein des Jahres 1741, der einst vor dem Altar lag; außen auf der
Nordseite die Grabsteine des einstigen Predigers von Lüchow und
Superintendenten von Gartow Ernst August Pott (1747 bis 1829) und seiner
Frau, der den Ort sehr geliebt hat."
Quelle:
Alfred Kelletat, Kirchen und Kapellen
im Wendland, Breeser Blätter 3, Breese im Bruche 1981, S. 21
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| Die Grabsteine der
Eheleute Pott an der Jeetzeler Kapelle |
Webmaster
Im "Gemeindebuch
des Kirchenkreises Lüchow" aus dem Jahre1960 findet sich
folgende Notiz zur Kapellengemeinde Jeetzel-Reetze:
...
"Jeetzel ist vermutlich einer der ältesten Orte des Wendlandes.
Bodenfunde lassen darauf schließen, daß in dieser Gegend schon in
vorchristlicher Zeit eine Langobardensiedlung bestanden hat. Es wird von
manchen Forschern angenommen, daß der in dem berühmten Diedenhofer
Kapitular Karls des Großen vom Jahre 805 erwähnte Ort "Scheßla"
unser heutiges Jeetzel ist. Und so wurde auch 1955 in Jeetzel eine
Erinnerungsfeier an das "tausendjährige Dorf" begangen.
Die
Geschichte der Jeetzler Kapelle geht nach vorhandenen Urkunden zu
schließen weit in das frühe Mittelalter zurück. Der aus Backstein
gefügte Ostteil ist der Rest des ersten Kapellenbaues. Der
ursprünglich freistehende Turm ist aus schweren handgesägten Bohlen
errichtet. Er hatte zwei Glockenstühle, von denen der eine durch Brand
zerstört wurde. Die heute noch vorhandene Glocke stammt aus dem 15. Jhd.
und zeigt Abbildungen der vier Evangelisten. Zwischen dem ältesten Teil
der Kapelle und dem Turm wurde noch vor der Reformation ein Fachwerkbau
errichtet, und damals erhielt die Kapelle ihre noch heute bestehende
äußere Form. Von der Ausstattung im Innern ist der wahrscheinlich noch
aus vorreformatorischer Zeit stammende Altartisch und der ebenfalls
mittelalterliche Altar zu erwähnen." ...
Quelle:
Gemeindebuch des Kirchenkreises Lüchow, Osnabrück 1960, S. 24
f.
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