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Zur Geschichte der Kolborner Kapelle
Prof. Alfred
Kelletat (+) schreibt über die Kolborner Kapelle in den Breeser
Blättern 3:
"Die Kapelle ist eine Stiftung der Familie von dem
Knesebeck,
die seit 1396 hier (vorher schon Lüchow) besitzend war; unweit das
Gutshaus (über dem Eingang 1529), einst wohl befestigter Herrensitz.
Sie (sc. die Kapelle) ist 1474 durch Boldwin v.d. Knesebeck, der Propst
in Lüchow war, 'in die Ehre der heiligen Jungfer Marien, St. Gertrudies
und aller Heiligen' gestiftet; 1479 bestätigt Papst Sixtus IV, die
Stiftung. Ein Neubau ist laut Inschrift 'von Frau Sophie Groten, Weiland
Hr. Joachim von dem Knesebeck nachgelassene Fraw Wittwe' begonnen
(Familienwappen über dem Eingang 1616), des Dreißigjährigen Krieges
wegen erst später von ihrem Sohn beendet. Ein guter Grabstein zeigt die
Erbauerin in lebensgroßer Darstellung (ohne Umschrift; sie starb 1624).
Noch weitere Familienmitglieder ruhen in der Kapelle. Auch die
künstlerische Ausstattung des kleinen rechteckigen Fachwerkbaus ist den
Stiftern zu verdanken ...
Einst trug der Glockenträger am Westgiebel die alte Glocke
(1677), jetzt ein freier Glockenstuhl."
Quelle:
Alfred Kelletat, Kirchen und Kapellen im Wendland, Breeser
Blätter 3, S. 22
"Die
Errichtung der Kapelle in Colborn geht auf die Adelsfamilie
derer von dem Knesebeck zurück. Die Knesebecks kauften im
Jahre 1366 in Colborn zwei kleinere Höfe, zwei Teiche und
eine Windmühle. 1396 erwarben sie hier einen größeren
adligen Hof und wurden dadurch in Colborn ansässig. Ein
Boldwin von dem Knesebeck wurde Geistlicher und war Domherr zu
Halberstadt und Propst zu Lüchow. Von diesem ist die
Colborner Kapelle im Jahre 1474 gestiftet, sie wurde sogar vom
damaligen Papst bestätigt. In der katholischen Zeit hatte die
Kapelle einen eigenen Meßpriester.
Nachdem
im Jahre 1530 durch Herzog Ernst den Bekenner im Lüneburger
Land die Reformation durchgeführt worden war, wurde auch in
der Colborner Kapelle der Gottesdienst von lutherischen
Predigern abgehalten. In den Wirren des Dreißigjährigen
Krieges, unter denen auch unsere Gegend schwer zu leiden
hatte, wurde die Kolborner Kapelle mehrmals stark beschädigt
und ausgeplündert. Nach dem Kriege wurde die Kapelle jedoch
wieder hergestellt. Ihre bis heute erhaltene Form erhielt die
Kapelle durch Sophie v.d. Knesebeck. Sie hat jedenfalls auch
das in Stein gehauene Familienwappen (s.o), eine Greifenklaue,
über der Eingangstür anfertigen lassen.
Quelle:
Gemeindebuch des Kirchenkreises Lüchow, Osnabrück 1960, S. 23
f.
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