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Pastor Alfred Schröder Ist man heute als Pastor bei älteren Lüchowern zu Besuch, dann kommt die Rede irgendwann auf Pastor Schröder. Erlebtes, Gehörtes, Erfundenes und Anekdotisches vermischen sich zu liebe- und respektvoller Erinnerung. Jeder ältere Wendländer und jede ältere Wendländerin weiß von Eigenarten des bärtiges Barden Gottes zu erzählen. Tiefe Stimme, stattliche Statur - Schröder scheint in den Jahren nach seinem Tode gewachsen zu sein. Und es scheint, als habe Gott ihm das verliehen, was nur dem Herrn Jesus Christus zugesagt werden kann: Ubipräsenz. Man erzählt, Schröder habe immer alle Konfirmandinnen und Konfirmanden am Konfirmationstag besucht. Bei 60 Konfirmandinnen und Konfirmanden im Jahrgang und einer Zeitspanne von 12-22 Uhr hätte er also genau 10 Minuten im Haus verbracht. Aber immerhin: er war da! Am häufigsten hört man die Geschichten um seinen geheimnisvollen Koffer (manchmal ist es auch nur eine Tasche. Es wird erzählt, Schröder habe bei Besuchen zu großen Familienfeierlichkeiten seinen Koffer (die Tasche) immer zuerst in der Küche abgegeben mit der Bitte, doch etwas für seine liebe Frau einzupacken. Viele Lüchower Absolventen des Salzwedeler Lyzeums haben bei ihm Nachhilfe in Latein und Griechisch genossen. Auch ließ er Vikare gerne zu Exerzitien in Latein und Hebräisch antreten.
Alfred Schröder wurde am 9. Oktober 1874 im südhannoverschen Landwehrhagen, Kreis Hann. Münden, geboren. Seine Vorfahren väterlicherseits waren Kunsthandwerker und Elfenbeinschnitzer. Mütterlicherseits blickte Schröder auf bäuerliche Vorfahren "echter und fortschrittlicher" (EJZ 1964) zurück. Nach dem Abitur in Kassel begann er mit 19 Jahren in Göttingen das Studium der Theologie, nachdem er nach eigenem Bekunden schon als kleiner Junge den verspürte, Pastor zu werden. An der Universität Greifswald setzt er sein Studium fort und lernte dort seine spätere Frau, die Kapitänstochter Alide Stolp, kennen. Am 14. November 1902 wurde Alfred Schröder in der Schlosskirche zu Hannover durch den Generalsuperintendenten Schuster ordiniert und versah zwei Jahre seinen Dienst als Hilfsprediger in Duderstadt. 1904 trat er sein Pfarramt in Deiderode bei Göttingen an. Nachdem ihm die Pfarrstelle zu klein geworden war, bewarb sich Schröder zusammen mit zwei weiteren Kollegen 1907 auf die 2. Pfarrstelle in Lüchow. Nach den Probepredigten entfielen von 74 abgegebenen Stimmen 49 auf Pastor Schröder, so dass er am 6. Oktober 1907 durch Propst Busch sein Amt in Lüchow eingeführt werden konnte.
Offiziell hat Alfred Schröder in der Zeit von 1907 bis 1939 als Pastor seinen Dienst in Lüchow versehen, dann wurde er - 65 jährig - pensioniert. Dass er aber weiterhin als Pastor und Seelsorger tätig war und sich dabei bis ins hohe Alter aktiv für seine Gemeinde einsetzte, spricht für sein tiefes Verhältnis und seine große Liebe zu seinem Amt und seinem Auftrag. Zu seinem 90. Geburtstag schrieb die Elbe-Jeetzel-Zeitung:
Zu seinem 60. Ordinationsjubiläums schreibt die Hannoversche Landeskirche im Jahre 1962:
Dass Alfred Schröder zu allen Zeiten Volks- und Gemeindenähe lebte und dabei auch keine Furcht vor fröhlicher Geselligkeit hatte, wird immer wieder augenzwinkernd bemerkt. So manchen Trunk hat er genossen. Pastor Schröder starb am 13. Januar 1973 im gesegneten Alter von 99 Jahren. Er ist neben seiner Frau auf dem Lüchower Friedhof bestattet. Seiner Stadt und seiner Gemeinde hinterließ er als 90-Jähriger folgende Reime:
Nachtrag: 2001 nahm der Rat der Stadt Lüchow den Vorschlag des Kirchenvorstandes Lüchow aus dem Jahre 1991 auf, eine Straße in Lüchow nach Pastor Schröder zu benennen. Heute gibt es in Lüchow einen "Pastor-Schröder-Ring". Die Kirchengemeinde freut sich darüber und dankt den Ratsmitgliedern, die den Vorschlag des Kirchenvorstandes aufgegriffen und mit ihrer Stimme unterstützt haben. Copyright 2001 - 2010 |